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ENCY 3.0: Neuerungen für CAM, Postprozessoren und Robotik

ENCY 3.0 erklärt: Werkzeugbaugruppen, Combo Finish, Schnittdaten, Makros und CAM Agent Beta – mit Quellen und einer Checkliste für den Umstieg.

Fachartikel zu ENCY 3.0, veröffentlicht am 2. November 2026. Der Produktstart war am 14. September 2026; spätere Updates sind im Text gesondert eingeordnet.

Offizielles ENCY-3.0-Titelmotiv mit Rennwagen, ENCY-Logo und dem Schriftzug Engineered for the Fast Lane
Offizielles Titelmotiv zur Veröffentlichung von ENCY 3.0. Bild: ENCY Software. Bild vergrößern (neuer Tab).

ENCY 3.0 erweitert die CAM-Programmierung bei Werkzeugdaten, Bearbeitungsstrategien und wiederkehrenden Abläufen. Für Fertigungsbetriebe lohnt sich vor allem die Frage: Welche Änderung hilft bei unseren eigenen Bauteilen? Dieser Beitrag ordnet ausgewählte Neuerungen ein und zeigt, was beim Umstieg mit Maschine und Postprozessor abgestimmt werden sollte.

Die offizielle Veröffentlichung vom 14. September 2026 bestätigt die Verfügbarkeit von ENCY 3.0, ENCY Robot 3.0 und ENCY Tuner 3.0. Unser Fachartikel erscheint am 2. November 2026.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Werkzeugbaugruppen: Schneidwerkzeug, Halter und Adapter im Projekt zusammenstellen.
  • Bearbeitung: neue Schlichtoperationen, überarbeitete Schnittdatenberechnung und erweitertes Ausweichen bei Halterkollisionen.
  • Automatisierung: Abläufe als Makros aufzeichnen, Erweiterungen ergänzen und den CAM Agent im Beta-Status erproben.
  • Maschinenanbindung: Postprozessoren und Maschinenmodelle über einen gemeinsamen Katalog suchen und für die eigene Konfiguration prüfen.

Werkzeugbaugruppen statt einzelner Werkzeugdaten

Die neuen Tool Assemblies verbinden Schneidkomponenten mit Haltern und Adaptern. Die Baugruppe lässt sich im Zusammenhang mit Werkstück und Maschine bearbeiten. Damit kann auch die tatsächlich modellierte Haltergeometrie in die Simulation eingehen. Für die Praxis bedeutet das: Auskraglänge und Aufbau sollten dem real eingesetzten Werkzeug entsprechen. Ein vollständig modelliertes Werkzeug ist besonders dann hilfreich, wenn der Halter nahe an Werkstück oder Spannmittel vorbeifährt.

Drehwerkzeuge und Adapter am Revolver einer virtuellen Maschine in ENCY 3.0
Werkzeugbaugruppen: Herstelleransicht mit Drehwerkzeugen und Adaptern im Maschinenmodell. Bild vergrößern (neuer Tab).

Combo Finish und zusätzliche Schlichtoperationen

Combo Finish bündelt Plane- (Parallelbahnen), Waterline- (Höhenlinien) und Scallop-Strategien (Bahnen mit gleichmässigem Abstand) sowie deren Kombinationen in einer Operation. Dadurch lassen sich etwa flache und steile Bereiche eines Formteils gemeinsam planen. Ob Übergänge, Bearbeitungszeit oder Oberfläche besser werden, muss am konkreten Bauteil mit Werkzeug, Zustellung und Toleranz geprüft werden.

Für spezialisierte Aufgaben gibt es Blade Machining für die Mehrachs-Schlichtbearbeitung von Schaufeln und laut Neuerungsübersicht die Operation Contour Polishing. Diese Funktionen sind keine Aussage über den Umfang jeder Lizenz. Das benötigte Bearbeitungspaket wird anhand der Anwendung geklärt.

Combo-Finish-Operation mit Schlichtbahnen an einem Werkstück in der ENCY-3.0-Oberfläche
Combo Finish in einer offiziellen ENCY-3.0-Demonstration. Bild vergrößern (neuer Tab).

Schnittdaten nachvollziehbar berechnen

Der überarbeitete Schnittdatenrechner berücksichtigt Werkzeug, Werkstoff und Bearbeitungsart. Er berechnet unter anderem Schnittgeschwindigkeit, Drehzahl und Vorschub; Werte lassen sich abstimmen und in die Operation übernehmen. Das erleichtert eine einheitliche Datengrundlage. Die vorgeschlagenen Werte müssen weiterhin zu Werkzeugherstellerangaben, Aufspannung und Leistungsgrenzen der Maschine passen.

Geöffneter Feeds/Speeds-Rechner mit Werkzeug- und Werkstoffangaben neben einem CAM-Projekt
Schnittdatenrechner mit Werkzeug-, Werkstoff- und Ergebnisfeldern. Die dargestellten Werte gehören zum Herstellerbeispiel. Bild vergrößern (neuer Tab).

Adaptive Tilting: mehr Möglichkeiten bei Halterkollisionen

Adaptive Tilting erweitert die Halterprüfung: Die Werkzeugorientierung kann gleichzeitig um zwei Winkel angepasst werden, um modellierte Halterkollisionen zu vermeiden. Auch Verbindungsbewegungen lassen sich einbeziehen. Das kann für schwer zugängliche Flächen interessant sein. Sobald daraus simultane 5-Achs-Bewegungen entstehen, müssen Maschinenkinematik, Achsgrenzen und Postprozessor diese Ausgabe unterstützen. Für die Umwandlung in eine 5-Achs-Bahn nennt die Lizenzmatrix eine 5X-Mill-Lizenz.

Zwei Herstelleransichten eines geneigten Werkzeugs mit Halter nahe einer Werkstückwand
Adaptive Tilting: offizielles Beispiel zur Werkzeugneigung nahe einer Werkstückwand. Bild vergrößern (neuer Tab).

Nesting ab ENCY 3.1.3: Konturen verschachteln

Konturen auf einer Platte

  1. Sechs getrennte L-förmige Konturen liegen mit Abstand auf einer Materialplatte.
  2. a bezeichnet einen beispielhaften Abstand. Die Anordnung veranschaulicht das Prinzip und ist keine optimale Berechnung.
Konturen auf einer Platte
Konturen auf einer Materialtafel: schematische Anordnung.

Mit dem späteren Update auf ENCY 3.1.3 ergänzt das neue Nesting-Modul in ENCY Design die Blech- und Plattenbearbeitung: Konturen werden automatisch auf dem Material angeordnet. Abstände, zulässige Drehungen und die Stückzahlen beeinflussen die Belegung. Das ist etwa für Laser-, Plasma- und Wasserstrahlschneiden interessant. Eine bessere Materialausnutzung ist auftragsabhängig; Schneidfolge und NC-Ausgabe bleiben gesondert abzustimmen.

Makros, Erweiterungen und KI: drei unterschiedliche Werkzeuge

Makros für wiederkehrende Arbeitsschritte

Mit der neuen Makro-Aufzeichnung lassen sich beispielsweise das Anlegen von Operationen, Geometriezuweisungen und Projekteinstellungen erfassen. Daraus entstehen bearbeitbare, erneut ausführbare Erweiterungen. Für Teilefamilien ist das ein Ansatz, um wiederkehrende Vorbereitungen zu vereinheitlichen. Bei abweichender Geometrie sind Zuweisungen und Ergebnisse erneut zu prüfen.

Extension Store für zusätzliche Funktionen

Der Extension Store bündelt optionale Erweiterungen und ist im Web sowie in ENCY erreichbar. Er ermöglicht zusätzliche Werkzeuge auch zwischen grösseren Versionswechseln. Das Angebot umfasst kostenlose Erweiterungen und unterstützt kostenpflichtige Angebote; nicht jede Erweiterung ist automatisch Bestandteil der vorhandenen Lizenz.

CAM Agent ausdrücklich als Beta

Der Hersteller beschreibt den CAM Agent (Beta) als KI-Unterstützung für Aufgaben wie Projektvorbereitung, Operationserstellung und Projektanalyse. Der Beta-Hinweis gehört zur Einordnung. Generierte Bearbeitungen und NC-Ausgaben benötigen fachliche Kontrolle; eine automatische Freigabe für die reale Maschine wird daraus nicht abgeleitet.

CAM Agent Beta mit Projektanalyse neben Werkstück, Werkzeug und Operationsliste in ENCY
CAM Agent (Beta): Herstelleransicht der Projektanalyse im geöffneten CAM-Projekt. Bild vergrößern (neuer Tab).

Digital Machine Center und passende Postprozessoren

Das Digital Machine Center führt Postprozessoren und kinematische Maschinenmodelle in einem Katalog zusammen. Ein Katalogtreffer ist ein Ausgangspunkt: Steuerungsstand, Optionen, Werkzeugwechsel und betriebliche NC-Konventionen müssen zur tatsächlichen Maschine passen. Laut Hersteller richtet sich der Zugriff auf den vollständigen Katalog nach einer aktiven Softwarewartung; Testzugriff wird gesondert angeboten.

ZuberCAM unterstützt die Entwicklung und Anpassung von Postprozessoren sowie die Abstimmung von Maschinenmodellen. Beim Versionswechsel prüfen wir insbesondere, ob neue Funktionen die ausgegebenen Befehle oder benötigten Maschinenabläufe verändern.

Was ändert sich für die Robotik?

Die ENCY-3-Neuerungen umfassen auch erweitertes Smart Motion für Roboterbahnen: Bei 5D- und 6D-Operationen kann die Bahnplanung ohne vorherige Achskarte erfolgen; eine Achskarte bleibt zur Feinabstimmung möglich. Diese Funktion betrifft die Roboterprogrammierung und ersetzt keine Prüfung der realen Zelle. ENCY Robot dient der Offline-Roboterprogrammierung. ENCY Tuner ist eine eigenständige Lösung zur NC-Code-Simulation und -Abstimmung; ENCY Hyper verbindet digitale Roboterprogrammierung mit der Arbeit an der realen Zelle.

ENCY 3.0 und spätere Updates auseinanderhalten

Bereits am 9. Oktober 2026 stellte der Hersteller Studio und Studio White für ENCY 3.1.3 vor. Diese Darstellungs-Themen gehören damit zu einem späteren Update. Für die Auswahl einer Funktion zählt die genaue installierte Version, nicht nur die Bezeichnung ENCY 3.

So prüfen wir den Umstieg mit Ihnen

  1. Bedarf eingrenzen: Welche Neuerung hilft bei einem repräsentativen Bauteil? Den Lizenz- und Optionsumfang vorher abgleichen.
  2. Ausgangsstand sichern: Bestehendes Projekt, Werkzeugdaten, Maschinenmodell und Postprozessor für den Vergleich aufbewahren.
  3. Vergleich rechnen: Geometriezuweisungen, Baugruppen, Schnittdaten und berechnete Bewegungen mit dem bisherigen Ergebnis vergleichen.
  4. NC-Ausgabe erproben: Steuerungsfunktionen und relevante Testfälle prüfen; die Einführung an der Maschine kontrolliert durchführen.

Möchten Sie ENCY 3 anhand Ihrer Fertigung beurteilen? Vereinbaren Sie eine persönliche Demo und nennen Sie uns Maschine, Steuerung und eine typische Bearbeitungsaufgabe.

Quellen und fachlicher Stand

Stand: 2. November 2026. Die verlinkten Herstellerveröffentlichungen und Handbücher belegen die beschriebenen Funktionen. Die offiziellen Produktabbildungen stammen aus der jeweils verlinkten Herstellerveröffentlichung von ENCY Software. Eigene ergänzende Prinzipskizzen sind gesondert gekennzeichnet. Aussagen zur konkreten Installation werden im Projekt geprüft.

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